Konferenz-Konzert Ludwig Berger Cité de la Musique, 22. Mai

 

Für die nächste Ausgabe von Tintamarres empfängt die Cité de la Musique den deutschen Komponisten Ludwig Berger. Neben einem Konzert wird er auch an einer Konferenz teilnehmen. Initiiert wurde die Einladung vom Goethe-Institut in Marseille und den Studierenden des deutsch-französischen Masters in Kulturvermittlung an der Universität Aix-Marseille.

Auch sie sind es, die heute hier auf dem Blog das Wort ergreifen, um die Veranstaltung vorzustellen… unser erster zweisprachiger Beitrag auf dem Blog! Fantastique!

Ludwig Berger

Ludwig Berger kommt ursprünglich aus Weimar, ist Elektroakustiker und erkundet mit seinen Klangkompositionen die Beziehung zwischen Zeit und Raum, dem Land und seiner Kartographie sowie auch die Verbindungen zwischen Aufnahme und Erinnerung.

Nach seinem Studium der Musik, Kunstgeschichte und Literatur, interessiert er sich für die elektroakustischen Kompositionen von Robin Minard an der Musikhochschule Liszt in Weimar.

Neben seinen Arbeiten lehrt er heute am Institut für Landschaftsarchitektur der ETH Zürich. Dabei vermittelt er seinen Studierenden seine Kenntnisse um so die Techniken des visuellen Mappings und der psychogeographischen Strategien zur Erfassung des Raumes zu erlernen. Ziel dieser Disziplinen? Die Aussagekraft des Raumes und seine Fähigkeit, den Ton wiederzugeben, in (Ein)Klang zu bringen.
Jährlich veranstaltet er Workshops für Musiker aus aller Welt, um ihnen in diesen Themen, die ihn beschäftigen, zu zeigen und ihnen seine Sicht der Welt mit Hilfe von Sinneseindrücken zu vermitteln.

Seine aktuellen Projekte:

Zum Thema Anwesenheit/Abwesenheit:  You Will Have Been Here :

Zum Thema Schatte/Licht:  Mapping Of Hypothetical Islands On The Scale 1:1 :

Tonerzeugung au seiner Bilddatei: Der hierbei erzeugte Ton spiegelt also nicht nur eine Landschaft wider, sondern auch die Nuancen der Pixel : die Lichtvariationen und Vertiefungen ermöglichen hier eine Klangkarte der Landschaft.

Zum Thema Kartografie / Land

Cuyo ist eine Region im Westen von Argentinien, am Fuße der Anden, ein kontrastreiches Gebiet: Dominiert von Steppen, Wüste und hohen Bergen, ist es dennoch ein fruchtbares Gebiet, da viele Wasserspeicher vorhanden sind. Die Komposition, vor Ort aufgenommen, äußert sich zwischen Trockenheit und gastfreundlicher Natur.
Das Stück wurde bei der 14. Ausgabe des Wettbewerbs für elektroakustische Kompositionen Musica Viva ausgezeichnet.

Zum Thema Stadt/Szene :
Nur Hunde laufen als wüssten sie wohin – 2016
Realisiert im Staatstheater Braunschweig, Inszenierung von Charlotte Orti von Havranek.

Das 60-minütige Stück ist ein Stadtspaziergang durch die verlassenen Orte der Stadt Braunschweig und fängt die dortige, einmalige Atmosphäre ein: Die Stadt, leergefegt, enthüllt sich als Unort. Begleitet wird die Montage von einer Stimme, um sich so von seiner Individualität zu befreien, die folgenden Text liest:

Auszug: Nur Hunde, Excerpt 2: Kirche

Diese Auszüge und auch andere sind auf dem Blog von Ludwig Berger verfügbar: http://ludwigberger.com/

Workshop

Am Montag wird Ludwig Berger bei Tintamarres nicht nur seine Arbeit vorstellen, sondern auch einen Workshop anbieten (Samstag und Sonntag, 20. Und 21. Mai), zusammen mit dem Studio Euphonia.
Die Teilnehmer werden dazu eingeladen mit der Interaktion zwischen Körper, der oft über seine Bedürfnisse, Erwartungen und Eindrücke begriffen wird, und der bebaute Raum einer Stadt, in diesem Fall Marseille, zu experimentieren. Der Workshop richtet sich sowohl an Studierende des Fachbereichs Architektur, um sich mit der klanglichen Dimension des Raumes und den möglichen Modifizierungen vertraut zu machen, wie auch an elektroakustische Komponisten, die hier lernen, wie Ton den architektonischen Raum beeinflusst und wie dieser Antworten auf alltägliche Probleme geben kann.

Genaue Informationen zum Workshop finden Sie auf der Webseite des Studio Euphonia: http://euphonia-atelierstudio.com/les-etudes-sonores-workshop-avec-ludwig-berger/

Hintergrund des Projekts: Warum diese Partnerschaft?

Im Rahmen unseres Studiums der Kulturvermittlung, als deutsch-französischer Studiengang, haben wir ein deutsch-französisches Seminar mit Tsveta Dobreva Programmreferentin vom Goethe-Institut in Marseille. Während des Studienjahres hat sie uns an ihrem Wissen und ihrer Erfahrung als Projektmanagerin und die Besonderheiten der deutsch-französischen Zusammenarbeit teilhaben lassen. Zum Abschluss des Seminars bat sie uns an, unser eigenes Projekt zu organisieren und einen Künstler unserer Wahl nach Marseille einzuladen.

Eine von uns kannte die Arbeit von Ludwig Berger. Sie stellte uns seine Kompositionen vor, die uns allen sehr gut gefallen haben. Hinzu kommt, dass es eine elektroakustische Klasse in Marseille gibt und Tintamarres in der Cité de la Musique eine perfekte Gelegenheit für dieses Projekt bot.

Das Goethe-Institut.     

Das Goethe-Institut ist eins der wichtigsten, deutschen Institute für die Promotion und Verbreitung der deutschen Kultur. Mit Vertretungen in 98 Ländern und acht französischen Städten, trägt es zu Vermittlung der deutschen Sprache bei und unterstützt die kulturelle Zusammenarbeit durch Veranstaltungen, die die moderne Kulturproduktion ins Vorderlicht bringen.

Mit Sitz in der Friche La Belle de Mai bietet das Goethe-Institut in Marseille eine weite Bandbreite an Veranstaltungen Friche de la Belle de Maian, u.a. den monatlichen Filmabend im Videodrome 2, sowie auch

Treffen mit Künstlern und Ausstellungen.
https://www.facebook.com/GoetheInstitut.Marseille/

 

Was ist Kulturvermittlung in der Kunst?

Hier wird’s kritisch… « Kulturvermittlung » : Der Begriff an sich hört sich nett an (schließlich geht es um Kultur, das hört sich immer gut an), aber letztendlich hat noch niemand so wirklich verstanden, worum es dabei geht. Kurz gefasst geht es heute darum, wie ich die Öffentlichkeit mit Kunstwerken zusammenbringen kann. Jede Struktur hat dabei ihre eigenen Vorgehensweisen, angepasst an die jeweiligen künstlerischen Aktivitäten und Bedürfnisse, was dazu führt, dass es unendliche viele Art und Weisen gibt und sehr unterschiedliche Auffassungen.

Hier an der Universität Aix-Marseille werden verschiedene Disziplinen gelehrt: Ästhetik, Soziologie, Kulturpolitik wie auch Kurse im künstlerischen Bereich, um uns die Möglichkeit zu bieten, die jeweilig passenden Methoden anzuwenden, ob es jetzt aus der Sicht des Publikums, des Künstlers oder des Politikers ist.

Warum ein deutsch-französischer Studiengang?

Die Besonderheit unsers Studiengangs ist der deutsch-französische Aspekt. So verbringen wir die zwei Jahre unseres Masters jeweils ein Jahr in Frankreich, an der Universität in Marseille, und ein Jahr in Deutschland, in Hildesheim. Abschließend erhalten wir ein Diplom in Deutschland und in Frankreich.
In Frankreich nennt sich Kulturvermittlung médiation culturelle, aber diese zwei Begriffe sind absolut nicht vergleichbar, und ihre Praktiken haben auch unterschiedliche Auswirkungen. So können wir uns mehrere Sichtweisen aneignen und unsere berufliche Laufbahn im deutsch-französischen oder sogar europäischen Bereich machen.

 

Voilà….Superbe!!! Den Hasen von Tintamarre war es eine Freude, den Studierenden den Blog überlassen zu haben.

Einen großen Applaus und ein dickes Dankeschön an Claire, Steffi, Emma, Katrin und besonders an Laura. Wir wünschen euch noch viele, schöne, deutsch-französische, europäische und außereuropäische Abenteuer. Und Danke auch an Tsveta Dobreva und Eileen vom Goethe-Institut in Marseille.

 

 

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